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AKWM - Protokoll | Printed: 20.11.2008


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AK-Sitzung - 24. Juli 2008 - Kernkraftwerk Philippsburg


AKWM-Sitzung vom 24.07.2008
Thema: Wissensbilanz
Protokoll von Julia Heidt

Mit zwei interessanten Vorträgen zum Thema Wissensbilanz traf sich der AKWM am Donnerstag den 24. Juli 2008 im Infocenter des Kernkraftwerk Philippsburg. Rund 20 Teilnehmer bekamen spannende und informative Vorträge zum Thema Wissensbilanz präsentiert.

Nach der Begrüßung des Personalleiters des Standortes Philippsburg, bekamen die Teilnehmer zu Beginn des Abends einige interessanten Informationen rund um die Energieerzeugung am Standort Philippsburg durch Herrn Michael Maurer, den Leiter des Infocenters, vermittelt. Rund 19 Mrd. Kilowattstunden Strom werden hier jährlich erzeugt. Damit könnten alle privaten Haushalte in Baden-Württemberg ein ganzes Jahr versorgt werden.

Nach dieser kurzen Einführung berichtete Herr Achim Fuderer vom RKW Baden-Württemberg mit seinem Vortrag „Nutzen und Grenzen einer Wissensbilanz“ von seinen Erfahrungen bei der Einführung einer Wissensbilanz. Die Unternehmensberatung, die jährlich rund 2.000 Unternehmen des Mittelstandes berät und betreut, hatte im Jahr 2005 ihre erste Wissensbilanz eingeführt.

Bei einer Roadshow des Arbeitskreises Wissensbilanz fand das Thema große Resonanz beim RKW und man beschloss eine Wissensbilanz einzuführen. Unterstützung bekam die Unternehmensberatung von den Herren Alwert und Bornemann (Moderatoren des AK Wissensbilanzen), die auch die Moderation im Erstellungsprozess übernahmen. Die Workshops wurden mit 14 Teilnehmern durchgeführt. Da das RKW mit eigenen Beratern und auch mit freien Mitarbeitern zusammen arbeitet, war die erste Überlegung, für welchen Bereich die Wissensbilanz erstellt werden sollte. Man entschloss sich schließlich, nur die eigenen Mitarbeiter mit einzubeziehen und die freien Berater im Modul Beziehungskapital zu bewerten. Als Zielgruppe der Wissensbilanz hatte man die eigenen Kunden definiert. Im Erstellungsprozess hielt sich das RKW an die übliche Vorgehensweise, die vom Arbeitskreis Wissensbilanz im Leitfaden empfohlen wird. So wurden beispielsweise die Einflussfaktoren im Workshop mit allen Teilnehmern diskutiert und festgelegt. Auch die Bewertung erfolgte gemeinsam im Team. Hierbei gab es oftmals unterschiedliche Einschätzungen. In diesen Fällen hatte man einen Mittelwert gefunden und die abweichenden Meinungen schriftlich festgehalten. Das fertige Wissensbilanzdokument wurde jedoch nicht als ganzes den Kunden präsentiert. Einige Ergebnisse bzw. Erkenntnisse wurden nicht veröffentlicht und nur intern ausgewertet. Als Reaktion auf die Ergebnisse der Wissensbilanz wurde eine Reihe von Maßnahmen festgelegt. Hier lautete die Empfehlung von Herrn Fuderer jedoch: „Weniger ist mehr“. Dadurch blieben beim RKW einige festgelegte Maßnahmen zunächst unberücksichtigt. Alles in allem war der Erstellungsprozess der Wissensbilanz für das RKW aber informativ und brachte einen großen Nutzen. So erreichte man beispielsweise eine Steigerung der Transparenz über die Ressourcen des RKW oder deckte Verbesserungspotenziale auf.

Das RKW plante eigentlich 2007 die zweite Wissensbilanz zu erstellen, was bisher jedoch aus Zeitgründen noch nicht geschah. Es wurde nun auf Ende 2008 terminiert. Das RKW bietet auch seinen Kunden an, im Erstellungsprozess einer Wissensbilanz mitzuarbeiten.

Im zweiten Vortrag referierte Herr Brinker, selbständiger Unternehmensberater, über die Anforderung an eine Wissensbilanz, wenn sie als externes Berichtsinstrument genutzt werden soll. Er zeigte dabei vor allem die Erwartungen der Finanzinstitute an eine „gute“ Wissensbilanz auf. So legen Banken beispielsweise auf bewertete Einflussfaktoren wie Kundenbeziehung, Beziehungen zu Kapitalgebern oder Produktinnovationen wert. Aus Sicht von Unternehmen sind hingegen Einflussfaktoren wie Mitarbeitermotivation oder Führungskompetenzen wichtig. Dies ergab eine durchgeführte Studie. Für Finanzinstitute sind vor allem Informationen über Strategie sowie den Markt und die Branche von großer Wichtigkeit. Aus Sicht der Banken sollte sich die Wissensbilanz auch auf das Wesentliche konzentrieren und nicht aus mehr als 12 bis 15 Seiten bestehen. Überraschende Informationen lieferte die Studie auch in Bezug auf das Rating. Hierbei ergab sich, dass ein Unternehmen mit einem schlechten Rating durch die Veröffentlichung einer Wissensbilanz sein Rating noch weiter verschlechtert. Ein Unternehmen mit gutem Rating verbessert sich hingegen.

Außerdem ging Herr Brinker noch auf verschiedene Grundsätze, die bisher für die Erstellung einer Wissensbilanz veröffentlicht wurden, ein. So erläuterte er beispielsweise die Grundsätze der Schmalenbach Gesellschaft oder die 14 Grundsätze der Wissensbilanzierung, die von Herrn Bornemann im „Handbuch Wissensbilanz“ veröffentlicht wurden.

Herr Brinker schloss seinen Vortrag mit dem Fazit, dass die Informationen für Unternehmensexterne komprimiert werden müssen, jedoch muss sich ein überzeugendes Gesamtbild für die externen Zielgruppen ergeben. Seiner Meinung nach, sollten Unternehmen und Finanzinstrumente Kompromisse finden, die die jeweiligen Ansprüche an eine nützliche Wissensbilanz berücksichtigen. Dabei wäre es hilfreich, wenn Wissensbilanzen mit einem Art Testat zertifiziert würden. Dann würde die Wissensbilanz möglicherweise auch größeres Interesse in der Öffentlichkeit finden.

Die beiden Themen der AKWM-Sitzung fanden auch dieses Mal wieder großen Anklang bei den Zuhörern. Der Abend war ein gelungener Abschluss vor der Sommerpause. Die nächste Sitzung findet am 4. September um 17 Uhr in der Berufsakademie Karlsruhe statt. Das Thema lautet: „Lizenzmodelle und Urheberrechte“. Dabei soll es auch ausreichend Möglichkeiten geben, eigene rechtliche Fragen zum Thema Urheberrechte, beispielsweise im Internet, und vieles mehr zu äußern.


Vorträge zum Download

Wissensbilanz RKW
Vortrag von Achim Fuderer, Unternehmenbetreuer und Projektleiter Einführung Wissensbilanz (pdf, 910 kB)

Reportinggrundsätze
Vortrag von Dieter Brinker, dbc-consult (pdf, 60 kB)

Wissensbilanz KKW
Vortrag von Dieter Brinker, dbc-consult (pdf, 820 kB)


Teilnehmer Übersicht, zugangsgeschützt
 
 
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