Bericht über das 4. Karlsruher Symposium
Die einzige Chance Deutschlands
... sei die Anerkennung und Förderung seiner Wissensressourcen, so die Meinung von Leif Edvinsson, der als „Popstar“ der Wissensmanager auf dem 4. Karlsruher Symposium für Wissensmanagment referierte. Seine Verweise auf kürzliche Entwicklungen und Potenziale im europäischen, vor allem aber im asiatischen Raum schienen diese These zu erhärten.

Es ging ihm aber nicht um die Schilderung düsterer Szenarien, im Gegenteil. Vielmehr forderte er auf, die Chancen wirtschaftlicher Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen und dabei die Auswirkungen auf die Sozialgesellschaften zu bedenken. Er - als Gewinner des „Brain Of The Year Award“ 1998 - war unbestritten das Highlight dieser Veranstaltung.
Das gesamte Programm jedoch bot namhafte Referenten. Nach Begrüßung der Gastgeber stellte
Prof. Dr. Christian Scholz die Gretchenfrage nach der ökonomischen Bewertung von Wissen und berichtete sehr lebhaft über den Einsatz der „Saarbrücker Formel“, die eine solche ermöglichen soll.
Damit nicht ganz einverstanden erklärte sich Prof. Dr.-Ing. Klaus North, der dies eher als eine Frage des Menschenbildes ansah. Sein Fokus richtete sich auf den Menschen innerhalb einer Organisation und deren Rahmenbedingungen, die Mitarbeiter zu kompetentem Handeln befähigen. Mit amüsanten Analogien aus dem Alltag veranschaulichte er diese nicht ganz trivialen Zusammenhänge. Dr. Josef Hofer-Alfeis gewährte einen Blick in die Standardprozesse für Wissensmanagement und dessen Partnerdisziplinen bei Siemens.
Nach diesem gehaltvollen Vormittag genossen die rund 200 Teilnehmer ihr Mittagessen bei strahlendem Sonnenschein, um danach dem Gewinner des Deutschen Nachwuchspreis Wissensmanagement 2006, Stefan Thalmann aus Halle, zu applaudieren. Den von der ontoprise GmbH gestifteten Preis für seine Diplomarbeit „Metadatenbasierte Integration im e-Learning“ überreichte ihm der Laudator Prof. Dr. Rudi Studer zusammen mit Hans-Peter Schnurr, Geschäftsführer ontoprise.
Der Nachmittag widmete sich vorwiegend der Praxis. In parallel stattfindenden Sektionen wurden die Teilnehmer von Prof. Dr.-Ing. Norbert Gronau über geeignete Systeme zur effizienten Unterstützung des Wissensmanagements informiert, während Dr. Ernst Biesalski (SAP AG, Walldorf) erklärte, wie ein ontologiebasiertes Kompetenzmanagement die Personalentwicklung unterstützen kann.
Anja Flicker präsentierte, wie die Entwicklung des intellektuellen Kapitals als strategische Disziplin bei der reinisch AG eingesetzt wird, derweil Dr. Matthias Hoffmann von Factiva über den Erfolgsfaktor Kundenwissen aus Marketing Portalen und CRM Systemen referierte.
Zu diesem Programm gehörten aber auch zahlreiche Pausen, in denen die Anwesenden rege diskutierten und neue Kontakte knüpften. Die Veranstalter, der Arbeitskreis Wissensmanagement Karlsruhe e. V. und der diesjährige Kooparationspartner, die Gesellschaft für Wissensmanagement e.V., waren von der Resonanz auf das Symposium überwältigt.
Monika M. Klein
AKWM
Fotos: Jens Lautenbacher