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AKWM - Vorträge | Printed: 20.11.2008


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Kurzbeschreibung (Abstracts) der Vorträge beim WM-Symposium 2007-

Kurzbeschreibung (Abstracts) der Vorträge beim WM-Symposium 2007

Jochen von Kamp
Begrüßung im Siemens Industriepark Karlsruhe


Prof. Erich Riess
Eröffnung des Wissensmanagement-Symposiums


Prof. Dr. Martin Schütte:
Brauchen wir noch Erfahrung?


Prof. Dr.-Ing. Klaus North:
"Wissensarbeit und Wissensarbeiter: Wie lässt sich Produktivität und Wertschöpfung steigern?"


Hans-Peter Schnurr & Prof. Klaus North
Verleihung des Nachwuchspreises


Robert Schlieder:
Erfahrung beim Einsatz von WM bei Thyssen-Krupp


Simon Dückert:
Das GfWM-Wissensmanagement-Modell - Version 1.0


Prof. Dr. Hendrick Speck:
Social Network Analysis - Beziehungsgeflechte in Sozialen Netzwerken


Ulrich Schmidt und Anja Flicker:
Wissensbilanz 2.0


Prof. Dr. Hermann Maurer:
Die Gefahr des Google-Phänomens und anderer Web 2.0 Entwicklungen




Begrüßung im Siemens Industriepark Karlsruhe
09:00 Uhr


Jochen von Kamp
Siemens Karlsruhe
Personalleiter
Sprecher der Betriebsleitung

Jochen von Kamp hat die rund 150 Teilnehmer des 5. Karlsruher Symposiums für Wissensmanagement im Siemens Industriepark herzlich Willkommen geheißen. Von Kamp ging kurz auf die Geschichte des Standorts ein, der im Jahre 1950 gegründet wurde. In einer Rückschau stellte er historische Produkte vor, die hier bei Siemens gefertigt wurden. Heute sind am Standort neben Siemens noch rund 30 Fremdfimren mit allein insgesamt 1.000 Mitarbeitern angesiedelt. Dazu kommen gut 5.000 Mitarbeiter, die Siemens als größter Arbeitgeber Karlsruhes hier beschäftigt.


Zur Agenda
Vortrag "Begrüßung im Industriepark" durch Jochen von Kamp *)
Weblog zum Vortrag
*)   Download des Vortrags für Teilnehmer (Nutzen Sie bitte Ihren myakwm-Zugang)





Eröffnung des Wissensmanagement-Symposiums
09:15 Uhr


Prof. Erich Riess
Berufsakademie Karlsruhe
1. Vorsitzender Arbeitskreis Wissensmanagement Karlsruhe e.V.

Nichtwissen -Ein Erfolgsfaktor. Mit dieser provokanten These eröffnet Erich Riess das inzwischen 5. Symposium für Wissensmanagement.


Zur Agenda
Vortrag "Eröffnung des WM-Symposiums" durch Prof. Erich Riess *)
Weblog zum Vortrag
*)   Download des Vortrags für Teilnehmer (Nutzen Sie bitte Ihren myakwm-Zugang)





Brauchen wir noch Erfahrung?
09:30 Uhr

Prof. Dr. Martin Schütte
LMU München und HCC München

Zunächst ist zu klären, was wir unter „Wissen“ und „Erfahrung“ verstehen, da die Begriffe keineswegs eindeutig belegt sind. In der Wissenschaft werden beide Begriffe sowohl getrennt (Wissen wird durch Anwendung zu Erfahrung, z.B. Dreyfus, Picot) als auch synonym verstanden (Informationen werden durch Erfahrung/Anwendung zu Wissen, z.B. Davenport, Mandl, Reinmann). Der Referent empfiehlt eine klare Trennung, da sich beide Begriffe in wesentlichen und vor allem für die Praxis relevanten Punkten von einander unterscheiden. Eine Vermengung erschwere in unnötiger Weise das Management dieser lebenswichtigen Ressourcen. Die generelle Bedeutung von Erfahrung für den Erfolg wird an konkreten Beispielen exemplifiziert sowie wichtige Erfahrungsbereiche beschrieben, die für den Unternehmenserfolg entscheidend sind. Dazu zählen so unterschiedliche Bereiche wie Erfahrung von vollständigen Markt-, Konjunktur- oder Börsenzyklen, ohne die in Krisen nicht richtig reagiert werden kann, die Kenntnis der internen Prozesse und Betriebsabläufe des Unternehmens, seiner Netzwerke, Spielregeln, Werte und Machtstrukturen, Vielseitigkeit und Flexibilität durch Erfahrung in verschiedenen Funktionen und Tätigkeitsfeldern oder auch Menschenkenntnis und Selbsterfahrung. Für den Unternehmenserfolg ist Erfahrung die wesentliche Größe, denn abstraktes Wissen wird erst durch konkrete Anwendung zu für das Unternehmen relevanter Erfahrung, Können und Kompetenz. Erfahrung, Können und Kompetenz wiederum können nicht in abstrakten Wissensdatenbanken gespeichert und gesteuert werden, sondern sind personengebunden, d.h. liegen in den einzelnen Mitarbeitern und Führungskräften. Damit können diese zentralen Ressourcen nicht über technische Datenbanken und Prozesse gesteuert werden, sondern nur über die Personen selbst. Das Management von Erfahrung verlangt professionelles Personalmanagement. Das wird anhand der einzelnen Stufen des Managementprozesses beispielhaft beschrieben. Abschließend wird noch auf die Grenzen und Gefahren von (zu viel oder überholtem) Wissen und Erfahrung hingewiesen, wie gefährlicher „Gewissheiten“, Zahlengläubigkeit oder Festhalten an bisher bewährter, aber nicht mehr tauglichen Erfolgsrezepten.


Zur Vita des Referenten
Zur Agenda
Vortrag "Brauchen wir noch Erfahrung?" von Prof. Dr. Martin Schütte *)
Weblog zum Vortrag
*)   Download des Vortrags für Teilnehmer (Nutzen Sie bitte Ihren myakwm-Zugang)




Wissensarbeit und Wissensarbeiter: Wie lässt sich Produktivität und Wertschöpfung steigern?
11:00 Uhr

Prof. Dr. Klaus North
Hochschule Wiesbaden

“The most important contribution of management in the 20th century was to increase manual worker productivity fifty-fold. The most important contribution of management in the 21st century will be to increase knowledge worker productivity - hopefully by the same percentage. […] The methods, however, are totally different from those that increased the productivity of manual workers” (Peter F. Drucker) Der Reichtum der westlichen Welt basiert zu einem Gutteil auf der Fähigkeit zu effizientem Management der manuellen Arbeit und der damit verbundenen Produktivitätssteigerung seit Anbeginn der industriellen Revolution. Heute müssen wir zunehmend erkennen, dass unsere Managementpraktiken und Steuerungsmechanismen wenig geeignet sind, um auf der einen Seite in Organisationen effiziente Wissensarbeit zu ermöglichen und auf der anderen Seite für wissensintensive Organisationen und Wissensarbeiter gleichermaßen attraktive Standortbedingungen zu bieten.

  • Was ist effiziente Wissensarbeit und wie lässt sich diese messen und organisieren?
  • Welche neuen Managementinstrumente können dafür genutzt werden?
Wissensarbeiter sind z.B. in einem immer geringeren Ausmaß bereit, sich einer klassischen Unternehmenshierarchie unterzuordnen. Häufig verlassen die besten Köpfe die Organisation und machen sich selbständig. Bedeutet dies, dass unsere Unternehmen für Wissensarbeiter nicht attraktiv genug sind? Oder liegt es nur am falschen Führungsstil und nicht mehr zeitgemäßen Managementmethoden, dass immer mehr Wissensarbeiter ihre Zukunft außerhalb von Organisationen sehen? Wie gehen wir mit Fragen nach dem Sinn der Arbeit, der Motivation und Loyalität um? Gibt es erfolgreiche Modelle der Förderung von Fachkarrieren gegenüber Management-Karrieren? Die Art und Weise wie vielfach Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt werden (z. B. die E-Mailflut), scheint die Produktivität von Wissensarbeit eher zu mindern, denn zu fördern. Angebotsorientierte und zentralistische Ansätze des Wissensmanagements gehen an den konkreten Bedürfnissen und Erwartungen von Wissensarbeitern vorbei. Der Vortrag geht insbesondere ein auf folgende Fragen und gibt Beispiele wirksamer Lösungsansätze:
  • Was ist Wissensarbeit ?
  • Was sind die wesentlichen Methoden für die Steigerung der Produktivität und der Entwicklung von Wissensarbeitern?
  • Welche Möglichkeiten der Performance-Messung (Produktivität, Wertschöpfung, Qualität, relevante Indikatoren) von Wissensarbeit gibt es??


Zur Vita des Referenten
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Vortrag "Produktive Wissensarbeit" von Prof. Dr.-Ing. Klaus North *)
Weblog zum Vortrag
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Verleihung des Deutschen Nachwuchspreises
gestiftet von der Ontoprise GmbH

12:15 Uhr

Prof. Dr. Klaus North
Hochschule Wiesbaden

Hans-Peter Schnurr
ontoprise GmbH Karlsruhe



Deutscher Nachwuchspreis 2007
Laudatio von Hans-Peter Schnurr / Prof. Dr.-Ing. Klaus North *)
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Erfahrung beim Einsatz von WM bei Thyssen-Krupp
13:45 Uhr

Robert Schlieder
Thyssen-Krupp AG

Der Beitrag zeigt einen Überblick zum Wissensmanagement bei der ThyssenKrupp Presta Steering AG, eingebettet in den allgemeinen Rahmen der WM-Aktivitäten der ThyssenKrupp AG. Es werden praxisnahe Wissensmanagement-Projekte skizziert, welche der Zugriff auf Wissen beschleunigen und qualitätsgesicherten Erfahrungs¬austausch unterstützen. Hierfür werden die Möglichkeiten semantischer Technologien im Einsatz innerhalb einer konkreten Anwendung aufgezeigt. Der dargestellte Einsatzbereich beschreibt ein semantisches Frage-Antwortsystem, dass das Auffinden redaktionell gepflegter Frage-Antwort-Tupeln (FAQs),wichtiger Richtliniendokumente in einer Wissensdatenbank sowie von Dokumenten in einem Dateisystem unterstützt und so eine Lösung zur semantischen Integration von verteilten Datenquellen bietet. Anhand des Praxisbeispiels bei der ThyssenKrupp Presta Steering AG wird somit der Einsatz eines ontologiebasierten Systems zur Suche und Integration von Dokumenten und FAQs illustriert. Ideen für mögliche zukünftige Erweiterungen werden am Beispiel eines SemanticWiki beschrieben. Dieses Werkzeug gibt die Möglichkeit, insbesondere neue Themen und dynamische Wissensgebiete, strukturiert und kollaborativ zu erfassen.



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Vortrag "Einsatz von WM bei Thyssen-Krupp" von Robert Schlieder *)

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Das GfWM-Wissensmanagement-Modell - Version 1.0
13:45 Uhr

Simon Dückert
Vorstandsmitglied der GfWM

Die Gesellschaft für Wissensmanagement e.V., ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck, den professionellen Umgang mit der Ressource Wissen zum Wohl aller zu fördern, hat bei der Mitgliederversammlung 2006 beschlossen, ein Fachteam Wis-sensmanagement zu gründen und damit die fachliche Arbeit am Thema Wissensma-nagement zu verstärken.
Zu den Aufgaben des GfWM-Fachteam Wissensmanagement unter Leitung von Si-mon Dückert gehört die Erarbeitung der Position der GfWM zum Thema Wissensma-nagement, die Pflege der GfWM-Wissenslandkarte, die Erarbeitung eines GfWM-Wissensmanagement-Modells sowie die systematische Überführung von Erkenntnis-sen in die deutschsprachige Wikipedia, um dieses Wissen allen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Die wichtigsten Kriterien für das GfWM-Wissensmanagement-Modell waren die Kompatibilität mit der Norm ISO 9001:2001, um Kompatibilität mit den Erkenntnissen aus den letzten 100 Jahren Managementtheorie sicher zu stellen und an weitere Mo-delle (z.B. EFQM Excellence Modell, Balanced Scorecard, Wissensbilanz made in Germany) anschlussfähig zu sein.



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Vortrag "GfWM-Wissensmanagement-Modell" von Simon Dückert *)
Weblog zum Vortrag
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Social Network Analysis -
Beziehungsgeflechte in Sozialen Netzwerken

15:00 Uhr

Prof. Dr. Hendrik Speck
Fachhochschule Kaiserslautern

Der Vortrag von Professor Hendrik Speck konzentriert sich auf die Analyse von Sozialen Netzwerken, insbesondere von Nutzerverhalten, Geschäftsmodellen und Motivationen. Eine Einordnung in die Medienlandschaft wird durch eine Präsentation der gegenwärtigen Marktanteile und Zielgruppen ermöglicht. Anschließend erfolgt eine kurze Einführung in die sogenannte Social Network Analysis und eine Vorstellung der eingesetzten Modelle und Indikatoren, sowie eine generische Darstellung erhobener Datenmengen und der damit offenbarten Relationen und Beziehungsgeflechte.
Der Vortrag beinhaltet eine kurze Darstellung mathematischer Modelle und deren Umsetzung durch Analyseverfahren und Visualisierungsansätze. Abschließend erfolgt eine Präsentation verschiedener, teilweise am Lehrstuhl von Prof. Hendrik Speck erarbeiteter Visualisierungen von sozialen Netzwerken aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Soziales einschließlich populärer Portale und Anwendungen wie Xing, StudiVz, MySpace und Bittorrent. Die Visualierungen ermöglichen unter anderem eine ansprechende und leicht verständliche Einschätzung der Dimension der Verquickung politischer und kommerzieller Interessen innerhalb der Deutschland AG; die Analyse sexueller Neigungen Jugendlicher sowie die Visualisierung von Organisationsstrukturen und Verhaltensstrukturen innerhalb von Business Netzwerken und Konzernen.


Zur Vita des Referenten
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Vortrag "Beziehungen in Sozialen Netzen" von Prof. Dr. Hendrik Speck *)
Weblog zum Vortrag
*)   Download des Vortrags für Teilnehmer (Nutzen Sie bitte Ihren myakwm-Zugang)





Wissensbilanz 2.0
15.00 Uhr
Ulrich Schmidt
EnBW Karlsruhe
Anja Flicker
reinisch AG Karlsruhe


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Vortrag "Wissensbilanz 2.0" von Ulrich Schmidt *)
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Die Gefahr des Google Phänomens und anderer Web 2.0 Entwicklungen
15:15 Uhr

Prof. Dr. Hermann Maurer
Technische Universität Graz

Niemand bezweifelt mehr, dass große Suchmaschinen wie Google tief in unsere Privatsphäre eingreifen, so tief, dass die nationalen Datenschutzgesetze eigentlich schon ein Witz sind. So unangenehm dies ist, und so schwer es sein wird, ein sinnvolles internationales Datenschutzgesetz durchzusetzen (es wird noch viel schwerer sein als das Kyoto Protokoll durchzusetzen!) ist das, was Google sonst so toll vorexerziert: die Kombination einer guten Suchamschine mit vielen anderen Diensten nämlich, noch viel bedrohlicher, nicht nur für unsere Privatsphäre, nicht nur für die Wirtschaft (die damit an den Rande des Ruins getrieben werden kann), sondern auch für unser Erziehugnssystem, die Gesellschaft, unsere ganze (weltweite?) Kultur. Google ist dabei keineswegs allein. Der Glaube an die "Weisheit der vielen", an die "Demokratisierung des Gedankenguts" hat eine ganz eindeutige Kehrseite, wenn man Andrew Keen glaubt: "We are replacing the dictatorship of experts by the dictatorship of fools." Ich werde mit einigen dramatischen Beispielen, Experimenten und Zitaten versuchen zu belegen, dass die Google-Wikipedia-Web 2.0 Kultur tatsächlich stärker an den Grundfesten unserer Welt rüttelt, als das allgemein bewusst ist. Und ich werde auch zugestehen müssen, dass es nur wenige Wege und Hoffnungen gibt, das Schlimmste zu verhindern.


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Vortrag "Die Gefahr des Google Phänomens" von Prof. Dr. Maurer *)
Final Version der von Prof. Dr. Hermann Maurer im Vortrag
angesprochenen Untersuchung zu Google
*)
Weblog zum Vortrag
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