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Jochen von Kamp Siemens Karlsruhe Personalleiter Sprecher der Betriebsleitung |
Jochen von Kamp hat die rund 150 Teilnehmer des 5. Karlsruher Symposiums für Wissensmanagement im Siemens Industriepark herzlich Willkommen geheißen. Von Kamp ging kurz auf die Geschichte des Standorts ein, der im Jahre 1950 gegründet wurde. In einer Rückschau stellte er historische Produkte vor, die hier bei Siemens gefertigt wurden. Heute sind am Standort neben Siemens noch rund 30 Fremdfimren mit allein insgesamt 1.000 Mitarbeitern angesiedelt. Dazu kommen gut 5.000 Mitarbeiter, die Siemens als größter Arbeitgeber Karlsruhes hier beschäftigt.
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Prof. Erich Riess Berufsakademie Karlsruhe 1. Vorsitzender Arbeitskreis Wissensmanagement Karlsruhe e.V. |
Nichtwissen -Ein Erfolgsfaktor. Mit dieser provokanten These eröffnet Erich Riess das inzwischen 5. Symposium für Wissensmanagement.
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Prof. Dr. Martin Schütte LMU München und HCC München |
Zunächst ist zu klären, was wir unter „Wissen“ und „Erfahrung“ verstehen, da die Begriffe keineswegs eindeutig belegt sind. In der Wissenschaft werden beide Begriffe sowohl getrennt (Wissen wird durch Anwendung zu Erfahrung, z.B. Dreyfus, Picot) als auch synonym verstanden (Informationen werden durch Erfahrung/Anwendung zu Wissen, z.B. Davenport, Mandl, Reinmann). Der Referent empfiehlt eine klare Trennung, da sich beide Begriffe in wesentlichen und vor allem für die Praxis relevanten Punkten von einander unterscheiden. Eine Vermengung erschwere in unnötiger Weise das Management dieser lebenswichtigen Ressourcen.
Die generelle Bedeutung von Erfahrung für den Erfolg wird an konkreten Beispielen exemplifiziert sowie wichtige Erfahrungsbereiche beschrieben, die für den Unternehmenserfolg entscheidend sind. Dazu zählen so unterschiedliche Bereiche wie Erfahrung von vollständigen Markt-, Konjunktur- oder Börsenzyklen, ohne die in Krisen nicht richtig reagiert werden kann, die Kenntnis der internen Prozesse und Betriebsabläufe des Unternehmens, seiner Netzwerke, Spielregeln, Werte und Machtstrukturen, Vielseitigkeit und Flexibilität durch Erfahrung in verschiedenen Funktionen und Tätigkeitsfeldern oder auch Menschenkenntnis und Selbsterfahrung.
Für den Unternehmenserfolg ist Erfahrung die wesentliche Größe, denn abstraktes Wissen wird erst durch konkrete Anwendung zu für das Unternehmen relevanter Erfahrung, Können und Kompetenz. Erfahrung, Können und Kompetenz wiederum können nicht in abstrakten Wissensdatenbanken gespeichert und gesteuert werden, sondern sind personengebunden, d.h. liegen in den einzelnen Mitarbeitern und Führungskräften. Damit können diese zentralen Ressourcen nicht über technische Datenbanken und Prozesse gesteuert werden, sondern nur über die Personen selbst. Das Management von Erfahrung verlangt professionelles Personalmanagement. Das wird anhand der einzelnen Stufen des Managementprozesses beispielhaft beschrieben.
Abschließend wird noch auf die Grenzen und Gefahren von (zu viel oder überholtem) Wissen und Erfahrung hingewiesen, wie gefährlicher „Gewissheiten“, Zahlengläubigkeit oder Festhalten an bisher bewährter, aber nicht mehr tauglichen Erfolgsrezepten.
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Prof. Dr. Klaus North Hochschule Wiesbaden |
“The most important contribution of management in the 20th century was to increase manual worker productivity fifty-fold. The most important contribution of management in the 21st century will be to increase knowledge worker productivity - hopefully by the same percentage. […] The methods, however, are totally different from those that increased the productivity of manual workers” (Peter F. Drucker) Der Reichtum der westlichen Welt basiert zu einem Gutteil auf der Fähigkeit zu effizientem Management der manuellen Arbeit und der damit verbundenen Produktivitätssteigerung seit Anbeginn der industriellen Revolution. Heute müssen wir zunehmend erkennen, dass unsere Managementpraktiken und Steuerungsmechanismen wenig geeignet sind, um auf der einen Seite in Organisationen effiziente Wissensarbeit zu ermöglichen und auf der anderen Seite für wissensintensive Organisationen und Wissensarbeiter gleichermaßen attraktive Standortbedingungen zu bieten.
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Prof. Dr. Klaus North Hochschule Wiesbaden |
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Hans-Peter Schnurr ontoprise GmbH Karlsruhe |
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Robert Schlieder Thyssen-Krupp AG |
Der Beitrag zeigt einen Überblick zum Wissensmanagement bei der ThyssenKrupp Presta Steering AG, eingebettet in den allgemeinen Rahmen der WM-Aktivitäten der ThyssenKrupp AG. Es werden praxisnahe Wissensmanagement-Projekte skizziert, welche der Zugriff auf Wissen beschleunigen und qualitätsgesicherten Erfahrungs¬austausch unterstützen. Hierfür werden die Möglichkeiten semantischer Technologien im Einsatz innerhalb einer konkreten Anwendung aufgezeigt. Der dargestellte Einsatzbereich beschreibt ein semantisches Frage-Antwortsystem, dass das Auffinden redaktionell gepflegter Frage-Antwort-Tupeln (FAQs),wichtiger Richtliniendokumente in einer Wissensdatenbank sowie von Dokumenten in einem Dateisystem unterstützt und so eine Lösung zur semantischen Integration von verteilten Datenquellen bietet. Anhand des Praxisbeispiels bei der ThyssenKrupp Presta Steering AG wird somit der Einsatz eines ontologiebasierten Systems zur Suche und Integration von Dokumenten und FAQs illustriert. Ideen für mögliche zukünftige Erweiterungen werden am Beispiel eines SemanticWiki beschrieben. Dieses Werkzeug gibt die Möglichkeit, insbesondere neue Themen und dynamische Wissensgebiete, strukturiert und kollaborativ zu erfassen.
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Simon Dückert Vorstandsmitglied der GfWM |
Die Gesellschaft für Wissensmanagement e.V., ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck, den professionellen Umgang mit der Ressource Wissen zum Wohl aller zu fördern, hat bei der Mitgliederversammlung 2006 beschlossen, ein Fachteam Wis-sensmanagement zu gründen und damit die fachliche Arbeit am Thema Wissensma-nagement zu verstärken.
Zu den Aufgaben des GfWM-Fachteam Wissensmanagement unter Leitung von Si-mon Dückert gehört die Erarbeitung der Position der GfWM zum Thema Wissensma-nagement, die Pflege der GfWM-Wissenslandkarte, die Erarbeitung eines GfWM-Wissensmanagement-Modells sowie die systematische Überführung von Erkenntnis-sen in die deutschsprachige Wikipedia, um dieses Wissen allen Interessierten zur Verfügung zu stellen.
Die wichtigsten Kriterien für das GfWM-Wissensmanagement-Modell waren die Kompatibilität mit der Norm ISO 9001:2001, um Kompatibilität mit den Erkenntnissen aus den letzten 100 Jahren Managementtheorie sicher zu stellen und an weitere Mo-delle (z.B. EFQM Excellence Modell, Balanced Scorecard, Wissensbilanz made in Germany) anschlussfähig zu sein.
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Prof. Dr. Hendrik Speck Fachhochschule Kaiserslautern |
Der Vortrag von Professor Hendrik Speck
konzentriert sich auf die Analyse von Sozialen
Netzwerken, insbesondere von Nutzerverhalten,
Geschäftsmodellen und Motivationen.
Eine Einordnung in die Medienlandschaft wird
durch eine Präsentation der gegenwärtigen
Marktanteile und Zielgruppen ermöglicht.
Anschließend erfolgt eine kurze Einführung in die
sogenannte Social Network Analysis und eine
Vorstellung der eingesetzten Modelle
und Indikatoren, sowie eine generische
Darstellung erhobener Datenmengen und der damit
offenbarten Relationen und Beziehungsgeflechte.
Der Vortrag beinhaltet eine kurze Darstellung
mathematischer Modelle und deren Umsetzung durch
Analyseverfahren und Visualisierungsansätze.
Abschließend erfolgt eine Präsentation
verschiedener, teilweise am Lehrstuhl von Prof.
Hendrik Speck erarbeiteter Visualisierungen von
sozialen Netzwerken aus den Bereichen
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Soziales
einschließlich populärer Portale und Anwendungen
wie Xing, StudiVz, MySpace und Bittorrent. Die
Visualierungen ermöglichen unter anderem eine
ansprechende und leicht verständliche
Einschätzung der Dimension der Verquickung
politischer und kommerzieller Interessen
innerhalb der Deutschland AG; die Analyse
sexueller Neigungen Jugendlicher sowie die
Visualisierung von Organisationsstrukturen und
Verhaltensstrukturen innerhalb von Business Netzwerken und Konzernen.
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Ulrich Schmidt EnBW Karlsruhe |
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Anja Flicker reinisch AG Karlsruhe |
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Prof. Dr. Hermann Maurer Technische Universität Graz |
Niemand bezweifelt mehr, dass große Suchmaschinen wie Google tief in unsere Privatsphäre eingreifen, so tief, dass die nationalen Datenschutzgesetze eigentlich schon ein Witz sind. So unangenehm dies ist, und so schwer es sein wird, ein sinnvolles internationales Datenschutzgesetz durchzusetzen (es wird noch viel schwerer sein als das Kyoto Protokoll durchzusetzen!) ist das, was Google sonst so toll vorexerziert: die Kombination einer guten Suchamschine mit vielen anderen Diensten nämlich, noch viel bedrohlicher, nicht nur für unsere Privatsphäre, nicht nur für die Wirtschaft (die damit an den Rande des Ruins getrieben werden kann), sondern auch für unser Erziehugnssystem, die Gesellschaft, unsere ganze (weltweite?) Kultur. Google ist dabei keineswegs allein. Der Glaube an die "Weisheit der vielen", an die "Demokratisierung des Gedankenguts" hat eine ganz eindeutige Kehrseite, wenn man Andrew Keen glaubt: "We are replacing the dictatorship of experts by the dictatorship of fools." Ich werde mit einigen dramatischen Beispielen, Experimenten und Zitaten versuchen zu belegen, dass die Google-Wikipedia-Web 2.0 Kultur tatsächlich stärker an den Grundfesten unserer Welt rüttelt, als das allgemein bewusst ist. Und ich werde auch zugestehen müssen, dass es nur wenige Wege und Hoffnungen gibt, das Schlimmste zu verhindern.
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